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Geheimratszecken – …und niemand wills gewesen sein!

Geheimratszecken – …und niemand wills gewesen sein!

Um mal die Wertung vorweg zu schicken: dat hier is das beste D-Punk-Album aus dem Jahr 2019. Viel mehr Superlativ geht nicht und ich sag dir auch warum. Für mich hat der Gesang ja immer überviel Gewicht in der Bewertung und bei den Geheimratszecken ist der super zwischen rotzig und halbmelodisch. Melodie kommt an passenden Stellen von der Gitarre, die sich aber nicht aufdringt. Das Ganze is auch gut mitsingfähig, obwohl die Backingvocals einem nicht ins Gesicht springen. Alles eben nicht überproduziert, sondern hochsympatisch in seiner melodiösen Siffigkeit. Der ein oder andere Song erinnert auch an eine bekanntere Band aus Köln. Inhaltlich fällt einen natürlich direkt der Titel „Nazis aus der Stadt verjagen“ an. Is unterschrieben, ehkla. Lyrisches Highlight für mich aber der Refrain bei „Deutsche Leben“, wo vertont wird „Tradition und Mindestlohn – Kotzen wo die Spießer wohn!“. Hätte ich auch gern geschrieben. Auf jeden Fall Reinhörverpflichtung mit dringender Erwerbsempfehlung.

Link zur bndcmp-Seite:
https://geheimratszecken.bandcamp.com/album/und-niemand-wills-gewesen-sein

Nörgel (13.12.2019, Danz, Regensburg)

Der 13.12. ist immer ein guter Termin um zu Sinnvollem zu laden und in diesem Jahr stand eine Antifa-Soli-Geschichte im Krachkeller an. Neben großartigen Häppchen (!), Glühwein und starken Drinks waren drei DJs und die Münchner Nörgel die Lockstoffe für das geneigte Publikum. Vor Konzertbeginn gab es ein kurzes (jedenfalls nicht zu langes ;)) Grußwort der veranstaltenden Gruppe und es wurde auf alerta-rgb.squat.net hingewiesen – eine recht neue Seite mit politischen Terminen für Regensburg. Sollte jetzt schon in deine Bookmarks gewandert sein. Danach krachten Nörgel auch schon los – ich befand die ja vor etwas über nem Jahr schon für sehr gut. Ich wurde dann auch nicht enttäuscht, wenngleich dieses Mal der Hauptgesang etwas zu laut war. Letztes Mal war das noch zu leise. Für das perfekte Nörgel-Erlebnis muss ich die beiden Gigs wohl einfach in meinem Kopf mergen. Dat is einfach ne geile HC-Nummer und ich hoffe, dass die sich öfter in der Gegend blicken lassen. Vor allem die crustigen Einflüsse machen das zu ner festlichen Angelegenheit. Der laute Gesang hatte immerhin den Vorteil, dass ich dieses mal ein paar Textfragmente erahnen konnte. Und die Lyrics scheinen ebenfalls top zu sein, also weiter ein Auge auf Nörgel haben. Nach gar nicht so vielen Songs war dann der Live-Teil des Abends schon zu Ende. Die anderen Programmpunkte konnten dann aber auf jeden Fall auch noch glänzen. Alles in allem eine gute Party und ich hoffe, dass auch ordentlich Asche für die beteiligten Gruppen zusammen gekommen ist.

Feaces Christ + Ekpyrosis + Cryptic Brood (14.11.2019, Alte Mälzerei, Regensburg)

Der heiße Scheiß in der Stadt sind aktuell Feaces Christ, die an diesem Abend DemoTape-Release und Shirt-Verkaufstart feiern. Ich hab die zwar dieses Jahr schon zwei Mal gesehen, aber was soll der Geiz? War nämlich wieder ne geile Nummer. Schön räudig, pöbelnd, treibend. Dazu immer mal wieder D-Beat. Was brauchste mehr? Die werden echt in Vierteljahresschritten besser – der ganz neue Song am Ende des Sets lässt sogar auf weitere Steigerungen hoffen. Tatsächlich habe ich aber erst bei diesem Konzert verstanden, warum das gemeinhin unter DeathMetal abgelegt wird. Es folgten Ekpyrosis, die zu Beginn kurz davor waren mich zu begeistern. Grade die beiden Stimmen waren ne Wucht, allerdings wurde es schnell musikalisch kompliziert. Das war mir etwas zu viel, wenngleich das sicher handwerklich gut gemacht war. Für mich aber leider uninteressant. Einzige Frage: wie nennt sich diese Unterkategorie im Subgenre des DeathMetal?! Egal, es kam ja noch ne Band, auch wenn ich ob der spätwerktäglichen Uhrzeit und des bereits gestillten Bierdursts schon den Heimweg erwog. Weil ich aber eh schon da war und sich insgesamt viel zu wenig Leute aufgerafft hatten, zog ich mir Cryptic Brood doch noch rein. War auch ne gute Idee! Ungefähr das stell ich mir unter DeathMetal vor – dabei waren die Wolfsburger variabel ohne eben zu kompliziert zu werden. Die schnellen Parts machten richtig gute Laune. Schön Druck! Die langsameren Teile passten ins Bild und gefielen mir auch. Insgesamt ein guter Spaß, der das leichte Schlafdefizit am nächsten Tag locker rechtfertigte.
Zu diesem Konzert bleiben dann am Ende zwei Fazite (?!): Geht mehr auf Konzerte, verfickte Scheiße nochmal! Und mit D-Beat wird alles besser!

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Herr Paulsen und das Zeitproblem + Magdebored (08.11.2019, Danz, Regensburg)

Was für ein grandioser Konzertherbst. So lass ich mir das eingehen und in Kürze steht schon wieder die nächste Darbietung auf dem Zettel. Vorher aber noch ein paar Silben zum vergangenen Freitag, an dem ich leider ein paar Takte zu spät im Krachkeller aufschlug. Herr Paulsen und das Zeitproblem waren nämlich schon am rumtun – zum Glück reichte mein Wegbier noch bis vor die „Bühne“. Der erste Eindruck war direkt super und bestätigte sich bis zum Ende. Viele Anleihen von Zeug, was ich gerne höre. Auch aus der Konserve, wo mich Herr Paulsen und das Zeitproblem zuvor eigentlich nicht voll überzeugen konnten. Ne zweite Chance in meiner Playlist haben sie sich mit dem Konzert aber gesichert. Mir gefielen vor allem die beiden Stimmen. Ich weiß jetzt grad nicht mehr, ob ein Bandmitglied Brille trug – aber ich sag halt gern Brillenpunk zu dieser Art Musik. Das war wirklich ne sehr schöne Nummer und es ging auch gut, wenn auch überraschend weiter. Denn Magdebored sagte mir nichmal im Gröbsten irgendetwas – außer, dass ich Wortspiele dieser Art selbstredend feier. Die vier, die laut Bandinfo gar nicht aus MD kommen, kamen nämlich mit so ne Art NDW-Punk um die Ecke, der einen umgehend in die 80er beamt. Recht minimalistisch das ganze also, aber sowas kann auch sehr gut mitreißen. Ich könnte auch stumpf schreiben, tue das hiermit auch, denn ich meine das positiv konnotiert. „Auch Popkultur hat Grenzen!“ Tief in die Erinnerung gefräst hat sich der Song „Lauf“. Wurde schon mit ChaosZ-Anleihen angekündigt, hielt dieses Versprechen und ich war happy.

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The Rafits (31.10.2019, Apotheke, Regensburg)

Ich find ja Halloween grundsätzlich kacke. Als Anlass für ein paar Misfits-Cover nehm ichs aber und nachdem die The Rafits schon letztes Jahr in der Apo den Abend aushaltbar gemacht hatten, schaute ich auch dieses Jahr wieder vorbei. Leider überwogen alle Dinge, die mir letztes Jahr eher aufn Keks gingen. Wurde das 2018 noch von der deutlichen Überzahl an Sing-a-long-Covern überstrahlt, war das dieses Mal leider weitestgehend belanglos. Die eigenen Kompositionen der Rafits konnten mich bisher nicht überzeugen. Rockstarmäßige Ansagen kann ich eh nicht leiden. Und so richtig wollte der Funke dieses Mal auch bei den Coverversionen von Misfits und Ramones überspringen. Hilft ja nix, aber vielleicht schaff ichs nächstes Jahr mich nicht überreden zu lassen.

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Slime (18.10.2019, Alte Mälzerei, Regensburg)

Ich war durchaus überrascht als ich kurz nach dem Einlass erfuhr, dass dieses Konzert tatsächlich das erste von Slime in Regensburg überhaupt war. Historisch, zumal es tatsächlich auch mein erstes „reines“ Slime-Konzert werden würde, sah ich das doch bisher nur unter dem Label Rubberslime. Das ist das Los der späten Geburt. Wir hatten also Freitag und wegen Arbeitistscheiße kam ich gestresst und akut in Unterbier an. Musste also erstmal Kopf klar und Biere leer machen, ehe mit mir was anzufangen war. Daher verpasste ich den Alleinunterhalter im Vorprogramm komplett. Sorry, hoffe ich habe nochmal die Gelegenheit das nachzuholen. Punkrock 2019 ist derweil pünktlich – um kurz nach 9 lief bereits das Intro von „Live Pankehallen“. Hatte in dem Moment Bammel, dass das ne arg peinliche Veranstaltung alternder Rocker werden könnte. Spoiler: wurds nicht. Erster Song „ACAB“. Ja geil, da habt ihr mich ja eh schon. Erster Block nur Klassiker vom ersten Album. Dann bald „Wenn der Himmel brennt“ und „Alptraum“. Letzterer ein frühes Highlight in einem tollen Konzert. Natürlich mussten auch Songs der letzten beiden Platten gespielt werden. Kannste nix machen, hörte ich mir entweder in Ruhe an oder holte Bier. Was von der Ersten bis zur „Schweineherbst“ dargeboten wurde war aber durch die Bank ein Kracher. Klare Ansagen gegen die AfDer gab es auch – ziemlich so, wie ich mir Ansagen gegen die AfDer vorstelle. Derbysiegerfeierlichkeiten auch noch inklusive. Der Pogo vor der Bühne war ziemlich gut – keine Poser-Gewalt-Kacke (so nahm ich es jedenfalls war, nehme gern andere Sichtweisen zur Kenntnis). Slime spielten insgesamt auch ziemlich lange, ich würde schätzen fast 2 Stunden, und es blieb bis zum Schluss wirklich gut und energiegeladen. Am Ende ging es dann mit feinsten Ohrwürmern aufn Absacker an die bevorzugte Theke: „Deutschland muss sterben!“

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arno x duebel + My Body is a Cage + Deaftrap (03.10.2019, Danz, Regensburg)

Sehr geil, nur wenige Wochen nach dem Trespasser-Gig geht es schon wieder in den Rumpelkeller an der Straße mit schlimmem Namen. Für mich zum Glück, für diesen Text leider hatte ich vom nachmittäglichen Kick am „Feier“tag schon bei Ankunft ziemlich Schlagseite, was einer der Hauptgründe ist, weswegen das hier nur die blanke Erwähnung der Veranstaltung ist. Sonderliche Erinnerung an das Dargebotene habe ich nämlich nur rudimentär. Immerhin hatte ich bei allen Bands Spaß – sowohl My Body is a Cage als auch Deaftrap werd ich mir nochmal aus der Dose geben. arno x duebel waren am Ende jedenfalls noch ein großer Fez! Da grinste über beide Ohren bei so feiner Musikgewalt. Alle drei Kombos tät ich mich gerne nochmal (ansprechbar) reintun. Sorry für wenig Details, aber my body is a cage.

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Trespasser + Medicine Noose (10.09.2019, Danz, Regensburg)

Endlich gab es mal wieder was feines in privatem Rahmen im Krachkeller zu Regensburg-Nord. Noch mit Folgeschäden vom Wochenende aber mit einigem Bock wurde ich von Tür zu Tür kutschiert. So mussas. Nach Ankunft war gerade Zeit für ne Kippe, ein Biererwerb und zwei dumme Sprüche, ehe Medicine Noose bereits loslegten. Hui selten habe ich wen so aufs Schlagzeug einprügeln sehen. Dabei wars tempomäßig die meiste Zeit doomy-langsam – Musikrichtung möchte Sludge genannt werden. Kernunterschied wird wohl die Taktlosigkeit sein, die mich aber ob der schieren Lautstärke und der musikalischen Gewalt fast gar nicht störte. Normalerweise ist mir sowas ja zu kompliziert. Das war so laut und so tief, dass das Bier allein durch die Luftvibrationen schal wurde. Schon geil. Mega angepisste Vocals auch noch. Und dann weit unter Überlänge schon fertig. Durchaus ne runde Sache, auch wenn das wohl nie meine Musik werden wird. Für die nächste Band wurde dann nichtmal das Personal am Schlagzeug gewechselt – Patronengurt, Gasmasken und schwarze Farbe, sowie eine Nebelmaschine (in einem Raum, der mit 20 Leuten mehr als gut gefüllt war) sollten aber den entscheidenden Unterschied ausmachen. Trespasser drückten nämlich deutlich mehr aufs Gas – und versorgten uns mit ziemlich fettem Black Metal. Oh yeah, das hat richtig gefallen. Musikalisch mit fast allen Klischees ausgestattet – die kurzen Ausflüge Richtung PowerMetal übersehe ich einfach mal. Der Gesang war auch gut aggressiv und ein wenig ab vom BM-Klischee. Thematisch legen die Fünf ihren Schwerpunkt auf anarchistisch-revolutionäre Kämpfe, zum Beispiel der Machnovŝina oder den Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg. Der Einspieler von „A Las Barricadas“ war auch durchaus ein Höhepunkt des Konzerts. Aber natürlich auch darüber hinaus war das eine ganz feine Sache, die während der ganzen Zeit auch nicht langweilig war. Sehr, sehr schön – ich hoffe, dass die sich nochmal in unseren Dunstkreis verirren.

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Dödsrit + Myteri + LØVVE (29.08.2019, P31, Nürnberg)

Es war dringendstens mal wieder Zeit fürn feines Konzert und diesen Donnerstagstermin in Nürnberg hatte ich schon ewig aufm Zettel. Dann passte sogar zeitlich alles und rumsbums stehen wir im P31. Vorher hatte ich mich da noch nie hinverirrt – auf den ersten Eindruck ein super Laden. Zum Start legten LØVVE aus Tours los, die ursprünglich gar nicht im Line-Up waren, aber weil es sich so gut ergab wohl von Myteri mit eingeladen wurden. Eine gute Entscheidung, denn der schwer punklastige Grind, der da zelebriert wurde, sorgte für viel gute Laune meinerseits. Das wurde mit viel Power und sowohl dem nötigen Spaß als auch unvermeidlicher Angepisstheit vorgetragen. Ich war durchaus entzückt, zumal mir die LP nicht so richtig dolle gefiel. Live war das aber auf jeden Fall ne sehr gute Nummer. Die Bude war auch ganz gut gefüllt – aber nicht übervoll. So kanns doch weiter gehen. Es folgten dann Myteri, wegen denen ich ursprünglich auf das Konzert aufmerksam wurde. Mit Vorfreude und Live-Gigs ist das ja immer so ne Sache – grundsätzlich wurde ich dann auch nicht enttäuscht, aber andauernde Rückkopplungen machten es wirklich schwer sich auf die Mucke zu konzentrieren. Darüber, dass der Hauptgesang zu leise war, hätte ich noch hinwegsehen können – dieses andauernde Gepiepse machte mir den Gig aber schon madig. Dabei hatte ich musikalisch überhaupt nix zu meckern. Melodic Crust nennt sich das heutzutage – ich fands einen schönen Soundtrack auf dem Weg in die Apocalypse. Schön nach vorne mit ordentlich Druck, immer wieder getragen von melodischen Gitarren. Eigentlich sehr geil – ich hoffe auf ein weiteres Mal. Als letztes standen Dödsrit auf dem Zettel und jajaja genau auf sowas hab ich zur Zeit Bock. Ich würde das mal als Black Metal mit Crust-Einflüssen schubladieren. Supergut. Die Apocalypse war jetzt da. Schnelles Geschredder, darüber melodische Gitarre, dazu wüstes Geschrei, dazwischen Downtempo-Parts. Ja perfekt. So gut mal blackmetalmäßiges ohne den ganzen Blackmetalschwachsinnskindergarten und das ganze Grauzonengschwerl (und schlimmeres). Gefiel mir sehr, sehr gut. Ein Top-Abschluss eines schönen Konzertabends.

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Naechte – Tremor

Lange schrieb ich nichts, es ist einfach zu viel los. Aber für diese zwei Songs von Naechte habe ich natürlich ein paar Minuten übrig. Auf der VÖ sind nur zwei Tracks – es ist die Naechte-Seite einer Split mit Havarii. Sicherlich werden hier einige „Post-„-Schubladen aufgerissen – stimmt wahrscheinlich auch. Post-Hardcore schreiben sie selbst in ihre Tags, Post-Punk würde ich am ehesten dazu sagen. Aber in diesen Bereichen lungert eben auch viel Zeug rum, das mir so gar nicht taugt. Bei diesen beiden Songs passt aber fast alles. Aggression trifft Emotion. Der Sänger schreit großartig am Rand zum Kreischen. Extrem sauer – das taugt mir natürlich. In „Stoßgebet“ auch mal fast ohne instrumentale Begleitung. Ebenfalls gefällt mir, wie der Bass eingesetzt wird. Das gibt Schub. Die langsameren Parts nehmen mich absolut mit und wenn es schneller und/oder härter wird, dann krieg ich Bock noch lauter aufzudrehen. Auch hier habe ich Hoffnung diese Band mal live zu sehen – ich glaub, das wird geil und würde sich mit einigen anderen Bands aus meiner Playlist hervorragend kombinieren lassen.

Link zur bndcmp-Seite:
https://naechteband.bandcamp.com/album/tremor